Ein Beispiel

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

"Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch - das tun alle Brillenmenschen."
Die hier im Saal anwesenden, von Kurt Tucholsky so genannten "Brillenmenschen" werden mir diesen Einstieg sicherlich verzeihen - zumal ich ebenfalls in diese Kategorie gehöre, wie Sie alle sehen können. Als geistreicher Satiriker richtete Tucholsky seine spitze Feder nicht nur auf politische Handlungsträger und gesellschaftliche Phänomene. Vielmehr beschäftigte er sich auch mit dem, was seiner Meinung nach eine schlechte oder eben auch eine gute Rede ausmacht.
Und das ist ja das Thema dieses Vortrags, zu dem ich Sie sehr herzlich begrüßen darf. "Die perfekte Rede" - gibt es sie wirklich? Nun, vielleicht erfreut es Sie zu hören, dass ich Sie in dieser Hinsicht ermutigen möchte. Ja, es gibt die perfekte Rede, und auch Sie können sich einen gewissen Ruf als eloquenter Referent - oder wortgewandte Rednerin - erwerben.
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Erlauben Sie mir ein paar Worte zu meiner Person: Mein Name ist Hildegard Redetzky, und bedingt durch meine berufliche Stellung im mittleren Management eines globales Softwareunternehmens kenne ich beide Seiten des Katheders: Einerseits bin ich selbst gelegentlich gefordert, einen Fachvortrag zu halten oder eine launige Ansprache zum besten zu geben. Und die damit verbundenen Probleme sind mir überaus vertraut: Woher nehme ich die Zeit für eine gute Vorbereitung? Wie wird aus meinem Anliegen eine wirkungsvolle Rede? Und wie kann ich mein Publikum nachhaltig überzeugen?
Andererseits war auch ich schon oft Teil eines Auditoriums, das angesichts eines langatmigen Vortrags alle Kraft darauf verwendet, nicht kurzfristig wegzunicken.

Beide Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich mich mit dem Thema der Rede näher befasst habe. Dabei bin ich in dem Bemühen, meine eigene Redegewandtheit zu verbessern, auf Verbündete gestoßen. Sie haben mich durch ihre Erfahrung und mit ihrem Know-how wesentlich bei meinem Ziel unterstützt, der perfekten Rede zumindest näher zu kommen. Und ich hoffe, dass Sie diese Einschätzung in ein paar Minuten teilen werden.


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  • "Eher werden Sie sich halbieren als die Arbeitslosigkeit."
    Joschka Fischer 1997 zu Bundeskanzler Helmut Kohl anlässlich dessen Ankündigung, er werde die Arbeitslosenzahlen bis 2000 halbieren

  • "Richtig ist, dass der Kanzler vor mir lag und dass ich vor dem Kanzler lag."
    Angela Merkel über die wechselnde Beliebtheit beider PolitikerInnen

  • "Gestern standen wir noch mit dem Füssen vorm Abgrund, heute sind wir schon ein großes Stück weiter."
    Helmut Kohl

  • "Demokratie: eine Regierungsform, die freie Diskussion voraussetzt, doch ist dies nur erreichbar, wenn die Leute aufhören zu quatschen."
    Der frühere britische Premierminister Clemens Attlee

  • "Es muss zu schaffen sein, meine Damen und Herren. Wenn ich die CDU ansehe, ... dann bedarf es nur noch eines kleinen Sprühens sozusagen in die gludernde Lot, in die gludernde Glut, dass wir es schaffen können."
    Edmund Stoiber

  • "Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten."
    Mark Twain

  • "Tritt frisch auf, tu’s Maul auf, hör bald auf."
    Martin Luther

  • "Selbst mit vier Pferden im Gespann kann man die Zunge nicht überholen."
    Aus China